Die Eule erzählt
Die Geschichte der MutmachEule
Die MutmachEule hatte es nicht immer leicht.
Ihr Kopf war eigentlich immer schon einen Sprung weiter. Stillsitzen? Kaum möglich. Kaum war ein Abenteuer zu Ende, zog es sie ins nächste – hundert Ideen auf einmal, und die Füße schon in Bewegung, bevor der Kopf hinterherkam. „Jetzt sei doch mal ruhig“, hörte sie oft. Und ihre Brille rutschte, und geschielt hat sie sowieso.
Lange dachte sie: Ich bin irgendwie zu viel – und trotzdem nicht genug.
Aber dann hat sie etwas gemerkt.
Genau das, was andere an ihr „zu viel“ fanden, ist ihre Stärke. Weil in ihr selbst so viel los ist, spürt sie sofort, wenn in jemand anderem auch gerade viel los ist. Und ihr Schielen? Sie sieht vielleicht nicht jede Kleinigkeit scharf – aber sie sieht das Wichtigste: wenn jemand einen Freund braucht, der einfach da ist und nicht sagt „sei mal anders“.
Heute weiß die MutmachEule: Man muss nicht ruhig, ordentlich oder perfekt sein, um wertvoll zu sein. Man darf zappelig sein, eine Brille tragen, ein bisschen schielen, hundert Dinge auf einmal fühlen – und trotzdem, oder gerade deshalb, genau der richtige Mutmacher für jemanden sein.
Und dir sagt sie leise:
Du bist nicht zu viel. Du bist nicht allein. Und du musst heute nicht alles schaffen.

